26. Juni 2014, Bayerische Elektrizitätswerke GmbH

BEW eröffnet Fischwanderhilfen an Wasserkraftwerken

Wertach im Landkreis Augsburg wieder durchgängig für Fische und andere Wasserlebewesen

Die Bayerische Elektrizitätswerke GmbH (BEW) hat heute gemeinsam mit Vertretern von Politik, Fachbehörden sowie Naturschutz- und Fischereiverbänden die Fischwanderhilfen an der Wertach offiziell eröffnet. Damit ist der Fluss im Landkreis Augsburg bis zur Lechmündung wieder durchgängig für heimische Fischarten wie Äsche, Nase und Huchen. Insgesamt investierte die BEW in den vergangenen Jahren über sechs Millionen Euro in die Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit an der Wertach.
  
Der Bayerische Umweltminister Dr. Marcel Huber unterstrich: „Die Bewahrung des einzigartigen heimischen Artenreichtums für künftige Generationen ist ein zentrales Anliegen der bayerischen Umweltpolitik. Mit modernen Wanderhilfen für Fische können wir den ökologischen Zustand unserer Flüsse weiter verbessern und gleichzeitig die vorhandenen Potenziale der klimafreundlichen Wasserkraft nutzen."
  
Die BEW betreibt an der Wertach insgesamt fünf Wasserkraftwerke, die jährlich Strom für rund 17.000 Haushalte erzeugen. In den vergangenen Monaten wurden an den Wasserkraftwerken in Schwabmünchen, Mittelstetten, Großaitingen und Bobingen Umgehungsbäche errichtet. Diese ermöglichen Fischen und anderen Wasserlebewesen die Wertach auf insgesamt 22 Kilometern zu durchwandern. Um den Höhenunterschied von rund neun Metern an den Staustufen zu überwinden, wurde eine Kombination aus technischer und naturnaher Wanderhilfe realisiert. Neben den Fischwanderhilfen und Gewässerstrukturverbesserungen steht die Gestaltung von naturnahen Uferstrukturen im Vordergrund. Dazu hat die BEW auf einer Länge von rund 70 Metern eine Musterstrecke für eine natürlich Gewässer- und Uferentwicklung angelegt.
  
LEW-Vorstandsmitglied Norbert Schürmann betonte: „Die Grundlage für diese Projekte ist die gute Zusammenarbeit mit den Fachbehörden, den Kommunen sowie den Fischerei- und Naturschutzverbänden. Gemeinsam erarbeiten wir Lösungen, von denen alle Seiten profitieren. Die neu gebauten Fischwanderhilfen an den vier Kraftwerken sind dafür ein gutes Beispiel. Doch wir gehen noch einen Schritt weiter: wir erstellen ein Umsetzungskonzept mit konkreten Maßnahmen für die Entwicklung des Lebensraums entlang der Wertach.“
 
In diesem Umsetzungskonzept gemäß europäischer Wasserrahmenrichtlinie werden Möglichkeiten zur Gewässerentwicklung auf ihre ökologische Wirksamkeit sowie Realisierbarkeit geprüft und zusammengefasst. Dazu finden regelmäßig Informations- und Dialogveranstaltungen statt. Das Projektgebiet umfasst das Flussgebiet der Wertach von Hiltenfingen bis zur Augsburger Stadtgrenze. Das Konzept wird bis Ende 2014 erstellt und bis spätestens 2027 umgesetzt.
   
Vergleichbare Projekte wurden bereits an der Günz umgesetzt und werden auch an der Iller entwickelt. Wesentlich ist an diesen neuen Konzepten, dass größere, zusammenhängende Flussabschnitte betrachtet werden. Dies entspricht ganz dem Gedanken der Wasserrahmenrichtlinie, die in größeren Gewässerabschnitten den guten ökologischen Zustand oder das gute ökologische Potential wieder erreichen möchte.
    
Die Bayerische Elektrizitätswerke GmbH (BEW) ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Augsburger Lechwerke AG. Sie gehört zu den führenden Wasserkraftwerksbetreibern in Bayern und erzeugt jährlich rund 1 Milliarde Kilowattstunden umweltfreundlichen Strom aus regenerativer Wasserkraft. Die BEW betreibt dazu 35 Wasserkraftwerke an Donau, Günz, Iller, Lech und Wertach.  


Von links nach rechts: LEW-Vorstandsmitglied Norbert Schürmann, Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert und der Bayerische Umweltminister Dr. Marcel Huber setzen Fische in die neu gebaute Fischwanderhilfe am Wasserkraftwerk Großaitingen.

Bildnachweis: LEW/Bleier

 

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