03. Juli 2014, Bayerische Elektrizitätswerke GmbH

Bayerisches Umweltministerium und Lechwerke AG unterzeichnen Iller-Strategie

Umfangreiches ökologisches Maßnahmenpaket zum Erhalt der Tier- und Pflanzenwelt an der Oberen Iller

Das Bayerische Umweltministerium und die Lechwerke AG (LEW) haben eine Vereinbarung zur nachhaltigen Wasserkraftnutzung an der Oberen Iller unterzeichnet, die so genannte Iller-Strategie. Die Vereinbarung beinhaltet ein umfangreiches Programm ökologischer Maßnahmen, die zur nachhaltigen Verbesserung des Lebensraums der dort heimischen Tier- und Pflanzenwelt beitragen.

Der Bayerische Umweltminister Dr. Marcel Huber betonte: „Renaturierungsprojekte ermöglichen neues Leben am Fluss. An der Oberen Iller von Oberstdorf bis Lautrach profitieren von den umfangreichen Ökoprojekten gefährdete Tier- und Pflanzenarten, wie der Huchen oder die Orchidee Frauenschuh. Das Projekt zeigt: Eine klimafreundliche Energiegewinnung aus der Wasserkraft kann im Einklang mit der Ökologie unserer Flüsse erfolgen.“
Die Vereinbarung sieht unter anderem ein Fischschutzkonzept vor, das in Abstimmung mit der Fischereifachberatung des Bezirks Schwabens erarbeitet wurde. Daneben wird die Iller für Fische und andere Wasserlebewesen durch den Bau von naturnahen Fischwanderhilfen an den Wasserkraftwerken wieder durchgängig. Gezielte Wasserausleitungen sollen die neu geschaffenen Umgehungsbäche und Auen dynamisieren. Das Geschiebemanagement wird durch Uferaufweitungen und Einbringen von Kies verbessert.

Alle geplanten Maßnahmen werden durch ein umfangreiches Monitoring-Programm mit einer Laufzeit bis 2020 auf ihre Wirksamkeit hin überprüft. Durch diese in Bayern bisher einzigartige systematische Erhebung soll die Iller-Strategie als Referenzprojekt für das gesamte bayerische Donau-Einzugsgebiet dienen. Allein für das Monitoring-Programm investieren die Lechwerke in den kommenden zehn Jahren mehr als drei Millionen Euro.

Für LEW und BEW steht eine nachhaltige Nutzung der Wasserkraft im Vordergrund, wie LEW-Vorstandsmitglied Norbert Schürmann unterstrich: „Die Vereinbarung verbindet aus unserer Sicht ökologische und ökonomische Belange in vorbildlicher Weise. In enger Zusammenarbeit mit unseren Partnern vor Ort –- Umwelt und Fischereiverbänden einerseits sowie Kommunen und Fachbehörden andererseits – werden wir in den kommenden Jahren zahlreiche Maßnahmen an der Iller umsetzen. Wir zeigen damit, dass Wasserkraftnutzung und Umweltschutz gut in Einklang zu bringen sind.“

Grundlage für die Iller-Strategie ist das Eckpunktepapier zur nachhaltigen Wasserkraftnutzung an staatlichen Gewässern in Bayern, das die Bayerische Staatsregierung Ende 2006 mit den führenden Wasserkraftbetreibern in Bayern geschlossen hatte. Mit dem Eckpunktepapier sollen die Belange der Wasserwirtschaft, des Naturschutzes sowie der bayerischen Klima- und Energiepolitik beim Betrieb der Wasserkraftwerke in Bayern umgesetzt werden.

Die Bayerische Elektrizitätswerke GmbH (BEW) ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Augsburger Lechwerke AG. Die BEW unterhält und betreibt 35 Wasserkraftwerke an Donau, Günz, Iller, Lech und Wertach, und gehört damit zu den führenden Wasserkraftwerksbetreibern in Bayern. An der Iller betreibt die BEW zwischen Altusried und Lautrach fünf Wasserkraftwerke, die pro Jahr Strom für rund 34.000 Privathaushalte erzeugen.


Der Bayerische Umweltminister Dr. Marcel Huber (l), und LEW-Vorstandsmitglied Norbert Schürmann (r) unterzeichneten die Vereinbarung am Illerkraftwerk Maria Steinbach.

Bildnachweis: LEW/Sanz

 

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