07. Juni 2017, Bayerische Elektrizitätswerke GmbH

Eine Heimat für die Flussseeschwalbe an der Günz:

Die Günz bekommt ein Brutfloß

BEW und LBV verankern am Stausee Waldstetten ein Brutfloß

Die Bayerische Elektrizitätswerke GmbH (BEW) installierte ein Brutfloß für die Flussseeschwalbe am Stausee Waldstetten. Aufgrund der guten Erfahrungen am Illerstausee Lautrach im Unterallgäu und am Stausee Inningen an der Wertach sollte auch an der Günz ein Brutfloß für die seltenen Vögel angelegt werden. Das Projekt wurde in enger Zusammenarbeit mit der Kreisgruppe Günzburg des Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV) und der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Günzburg realisiert. 

Die Partner haben den Stausee Waldstetten ausgewählt, um dort die Seeschwalbe wieder anzusiedeln und den Bestand in der Region zu stützen. Durch die fehlende Freizeitnutzung ist der Stausee Waldstetten bestens geeignet, um eine neue Heimat für diese Flugkünstler zu werden. Denn die Flussseeschwalbe benötigt zum Brüten offene, unbewachsene und störungsarme Kiesinseln.

Josef Nersinger, Ottmar Frimmel, Stefan Böhm und Michael Kusch„Vor rund 40 Jahren brüteten nur noch einige wenige Flussseeschwalben in Bayern. Grund waren die fehlenden geeigneten Brutplätze, denn natürliche Kiesinseln in den Flüssen werden immer seltener. Dank künstlicher Brutflöße zählen wir heute wieder einige hundert Brutpaare in Bayern“, sagt Stefan Böhm, erster Vorsitzender der LBV-Kreisgruppe Günzburg. „Wir sind zuversichtlich, dass wir mit dem Brutfloß im Waldstetter Stausee den Bestand dieser seltenen Vögel erhalten, wenn nicht sogar ausbauen können. Die Unterstützung der BEW gibt uns dabei Rückenwind.“

Die Kosten für das Vorhaben betragen rund 6.000 Euro. Finanziert wird es durch den Fördertopf für Öko-Projekte der Lechwerke AG (LEW). Das vom TÜV Süd zertifizierte Stromprodukt „LEW Strom Aqua Natur“ garantiert dem Kunden nicht nur hundertprozentigen Wasserkraftstrom. Ein fixer Teil des Verbrauchspreises fließt in einen Förderfonds, der die Entwicklung neuer Formen der Energieerzeugung aus regenerativen Quellen fördert. Zusätzlich investiert LEW 1 Euro pro Monat und Vertrag in die Förderung regionaler Naturschutzprojekte. In den vergangenen Jahren wurden zum Beispiel Nistkästen für Fledermäuse oder Wasseramseln an den Wasserkraftwerksgebäuden der BEW angebracht.

BEW betreibt an der Günz zwischen Oberried und Waldstetten sechs Wasserkraftwerke. An allen Kraftwerken wurden bis 2011 Fischwanderhilfen errichtet, um die Günz wieder durchgängig zu machen für heimische Fischarten wie Barbe, Nase, Bachforelle oder Äsche. Zusammen mit den neu entstandenen Laichplätzen sind damit die Voraussetzungen geschaffen, dass sich die Fischarten nachhaltig entwickeln können. Kies- und Sandbetten dienen außerdem als Flachwasserzonen, in denen sich Fische – etwa zum Laichen – besonders gerne aufhalten.

Die Bayerische Elektrizitätswerke GmbH (BEW) ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Augsburger Lechwerke AG. BEW unterhält und betreibt 36 Wasserkraftwerke an Donau, Günz, Iller, Lech und Wertach und gehört damit zu den führenden Wasserkraftwerksbetreibern in Bayern. Das Unternehmen erzeugt jährlich rund eine Milliarde Kilowattstunden Strom aus regenerativer Wasserkraft. BEW beschäftigt rund 150 Mitarbeiter. Der Unternehmenssitz liegt in Augsburg. Weitere Informationen finden Sie auf unseren Seiten zum Unternehmen.

Der Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV) ist Bayerns ältester und größter Verband für Arten- und Biotopschutz. Er ist mit 80.000 Mitgliedern und Förderern, 350 Kreis- und Ortsgruppen, 130 Jugendgruppen und 2.200 Hektar eigenen Schutzgebieten in ganz Bayern vertreten. Die Kreisgruppe Günzburg des Landesbundes für Vogelschutz setzt sich aktiv für den Arten- und Biotopschutz sowie die Umweltbildung im Landkreis Günzburg ein.  Weitere Informationen unter www.lbvgz.de.

 

Bildunterschrift oben: Ralf Klocke, zuständiger Projektleiter bei BEW, Ottmar Frimmel von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Günzburg, Stefan Böhm, erster Vorsitzender der LBV-Kreisgruppe Günzburg, und LEW-Kommunalbetreuer Josef Nersinger begutachten das neue Brutfloß im Waldstetter Stausee.

Bildunterschrift (v.l.): LEW-Kommunalbetreuer Josef Nersinger, Ottmar Frimmel von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Günzburg, Stefan Böhm, erster Vorsitzender der LBV-Kreisgruppe Günzburg, und Michael Kusch, Erster Bürgermeister der Marktgemeinde Waldstetten vor dem Stausee.

Bildnachweis: LEW/Michael Hochgemuth