Illerstrategie 2020

Fischwanderhilfe an Illerkraftwerk

Die Lechwerke und die BEW nehmen mit diesem Projekt eine Vorreiterrolle ein. Wir wollen eine nachhaltige Nutzung der Wasserkraft erreichen, verbunden mit einer Verbesserung der Gewässerökologie und des Hochwasserschutzes. Wir sind davon überzeugt, dass sich Wasserkraft und Naturschutz nicht ausschließen müssen, sondern beides zugleich erreicht werden kann. Dafür setzen wir in den kommenden Jahren auf ein umfangreiches Programm ökologischer Maßnahmen, die zur nachhaltigen Verbesserung des Lebensraums der dort heimischen Tier- und Pflanzenwelt beitragen.

Alle geplanten Maßnahmen werden durch ein umfangreiches Monitoring-Programm mit einer Laufzeit bis 2020 unter wissenschaftlicher Aufsicht auf ihre Wirksamkeit hin überprüft. Vergleichsuntersuchung zur Populationsentwicklung und dem Fischwanderverhalten laufen derzeit an der Günz.

Durch diese in Bayern bisher einzigartige systematische Erhebung soll die Iller-Strategie als Referenzprojekt für das gesamte bayerische Donau-Einzugsgebiet dienen. Allein für das Monitoring-Programm investieren die Lechwerke in den kommenden zehn Jahren mehr als drei Millionen Euro. Die Ergebnisse können auch auf andere Flusssysteme übertragen werden.

Folgende Maßnahmen sind geplant:

Fischschutzkonzept  

Durch die Reduzierung des Rechenstababstandes soll der Schutz der Fische erhöht werden. Diese Maßnahme bedeutet einen erheblichen Umbauaufwand an den einzelnen Kraftwerken. Die Wirksamkeit der Feinrechen an den Kraftwerken der Iller wird in den kommenden Jahren laufend erfasst und untersucht. 

Fischwanderhilfen an der IllerFischwanderhilfen

Durch den Bau von naturnahen Fischwanderhilfen an den Wasserkraftwerken wird die Iller für Fische und andere Wasserlebewesen wieder durchgängig. Ihnen wird so ermöglicht, verschiedene Lebensräume zu nutzen. Für die Fortpflanzung sind etwa andere Faktoren wie Strömung, Temperatur, Sauerstoffgehalt von Wichtigkeit wie für Aufwuchs oder Ernährung.

Vier von fünf Fischwanderhilfen sind bereits in Betrieb genommen: Lautrach, Maria Steinbach, Legau und Fluhmühle. Die Fischwanderhilfe um das Kraftwerk bei Altusried wurde Ende 2015 fertiggestellt. Damit ist die Iller wieder auf 30 Kilometern durchgängig. 

Dynamisierung von Umgehungsbächen

Durch gezielte Wasserausleitungen können Umgehungsbäche und Auen dynamisiert werden. Umgehungsbäche und Auen schaffen neue Lebensräume für Pflanzen und Tieren. Das bewegte Wasser versorgt den überfluteten Boden in der Vegetationsperiode ausreichend mit Sauerstoff. Die Oberflächenstrukturen und Lebensraumbedingungen werden vorrangig vom Fluss bestimmt. Durch den Wechsel von Überflutung und Trockenfallen sind Auen sehr dynamische Lebensräume mit unterschiedlichsten Standortbedingungen. Auenökosysteme beherbergen eine große Vielfalt von Pflanzen und Tieren auf engstem Raum.    

Gewässerstruktur an der IllerGewässerstruktur

Jeder Fluss transportiert Feststoffe (wie z.B. Steine), das so genannte Geschiebe. Mit einer Verbesserung der Gewässerstruktur durch das Einbringen von Totholz- und Blocksteinstrukturen (Raubäume und Anschüttung mit Wasserbausteinen) im Uferbereich wird das Lebensraumverhältnis für Fische und wirbellose Kleintiere verbessert.

 

 

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